European Health Forum Gastein nominiert Finalisten für hochkarätigen Gesundheitspreis
European Health Award 2010: Viele nominierte Projekte mit Österreich-Beteiligung.
Sechs grenzüberschreitende Gesundheitsprojekte in Bereichen wie Rauchen, Alkoholprävention, grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung in Grenzregionen oder chronische Krankheiten, vier davon mit österreichischer Beteiligung, wurden jetzt für die Endauswahl zum European Health Award 2010 nominiert, aus dieser 'Shortlist' wird eine Jury das Gewinnerprojekt küren. Verliehen wird die hochkarätige Auszeichnung für Gesundheitsinitiativen beim European Health Forum Gastein im Oktober.
Bad Hofgastein, am 23. August 2010 -- Im Vorfeld seiner jährlichen Tagung, die heuer vom 6. bis 9. Oktober stattfindet, hat das European Health Forum Gastein jetzt jene Projekte nominiert, die in das finale Auswahlverfahren um den mit 10.000 Euro dotierten European Health Award gehen. Aus dieser 'Short List' wird eine mit führenden europäischen Gesundheitsexperten besetzte Jury den diesjährigen Preisträger auswählen. Die Preisverleihung findet im Rahmen des European Health Forum Gastein statt.
Mit dem European Health Award werden Projekte und Initiativen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Europa gewürdigt. Wichtige Kriterien: Es müssen mehrere Länder an dem Projekt beteiligt sein, die Ergebnisse müssen auf weitere Staaten übertragbar sein und für einen wesentlichen Teil der Bevölkerung oder größere Patientengruppen einen unmittelbaren Nutzen haben.
'Natürlich werden internationale Gesundheitsprogramme von großen Institutionen wie der EU getragen, aber ohne die Ideen und die Expertise, die engagierte Menschen in zahlreichen kleineren Projekten entwickeln, wären viele der großen Programme gar nicht erst entstanden', sagt Prof. Dr. Günther Leiner, Präsident des European Health Forum Gastein und Vorsitzender der Expertenjury. 'Mit dem jährlich verliehenen European Health Award wollen wir dieses Engagement würdigen und einer breiten Öffentlichkeit bewusst machen, dass internationale Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung die Lebensqualität von einzelnen Patienten verbessern kann. Insbesondere geht es uns um kreative Projekte, die Ungleichheiten im Zugang zu Gesundheitsleistungen beseitigen helfen.'
Die sechs Projekte auf der 'Short List':
1. 'Healthacross' Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung Niederösterreich-Südböhmen
Warum die Grenzregionen zweier Staaten für die Gesundheitsversorgung zusammenarbeiten müssen.
In der Grenzregion Niederösterreich und Südböhmen/Tschechien liegt die geteilte Stadt Gmünd/Ceské Velenice: Auf der tschechischen Seite ist die gesundheitliche Versorgung problematisch, besonders im Bereich der Notfallmedizin. Das nächstgelegene Spital liegt 60 km entfernt in Ceské Budejovice. Im Gegensatz dazu steht das Krankhaus Gmünd nur wenige hundert Meter von der Grenze entfernt. Bisher war eine Einlieferung tschechischer Patienten aufgrund einer Reihe von Hürden nicht möglich. Mit dem Projekt 'Healthacross' ist jetzt erstmals diese länderübergreifende Notfallsversorgung möglich. Das Projekt ist erst der Anfang, weitere Verbesserungen in der Gesundheitsversorgung in Gmünd/Ceské Velenice sind geplant.
Teilnehmende Länder: Österreich, Tschechien
2. FASE Projekt: Alkoholprävention
Wie alkoholfreie Zonen geschaffen werden können.
Der Missbrauch von Alkohol ist für 7,4 Prozent aller Krankheits- und vorzeitigen Todesfälle in der Europäischen Union verantwortlich. Diese Entwicklung kostet die Volkswirtschaften der EU jährlich 125 Milliarden Euro. Eine wichtige Risikogruppe sind junge Menschen. Mit dem FASE-Projekt sollen gezielt Gegen-Strategien zum Alkohol-missbrauch erarbeitet werden -- dies durch das Schließen von Wissenslücken über die Frage, welche Strategien der Alkoholprävention in welchen Settings funktionieren. Besonderes Augenmerk wird auf verschiedene Aspekte des exzessiven Trinkens gelegt -- unter anderem am Arbeitsplatz, im Zusammenhang mit 'sozialem Trinken' oder Alkohol-Marketing.
In den teilnehmenden Ländern wurden mehrere wissenschaftliche Studien zum Konsum und Verbrauch von Alkohol durchgeführt sowie die unterschiedlichen Rechtsgrundlagen zum jugendlichen Alkoholkonsum zusammengetragen. Auf Basis dieses Materials erarbeiten die Teilnehmer Empfehlungen für die politische Umsetzung präventiver Strategien.
Teilnehmende Länder: Österreich, Belgien, Tschechien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Litauen, Norwegen, Polen, Portugal, Slowenien, Slowakei, Spanien, Schweden und die Schweiz.
3. Allianz für chronische Krankheiten: Ein gemeinsamer Ansatz zur Prävention
Wie kann die Verbreitung von chronischen nicht-übertragbare Krankheiten auf EU-Ebene eingedämmt werden?
Die 'Allianz für chronische Krankheiten' vereint zehn gemeinnützige europäische Gesundheitsorganisationen für chronische nicht-übertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Bluthochdruck, Nierenleiden, Krebs, Atemwegs- oder Leberkrankungen. Diese Krankheiten sind für 80 Prozent aller Todesfälle in Europa verantwortlich -- Tendenz steigend.
Ziel der Allianz ist es, die Gesundheitspolitik in den einzelnen Ländern nachhaltig zu beeinflussen und eine effiziente Prävention dieser chronischen nicht-übertragbaren Krankheiten zu erwirken. Dazu hat die Allianz ein Policy Paper erstellt, das die zentralen Ursachen für chronische Erkrankungen -- Tabak, schlechte Ernährung, Alkohol und zu wenig Bewegung -- identifiziert und Empfehlungen für Gegen-Strategien liefert.
Teilnehmende Länder: Auswirkung auf alle 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union
4. EUnetHTA Gemeinsames Vorgehen ? Europäisches Netzwerk zur Technikfolgenabschätzung im Gesundheitswesen
Wie kosteneffizient sind medizinisch-technische Innovationen wirklich?
Medizinische Innovationen haben besonders in den vergangenen Jahren einen wichtigen Beitrag zu verbesserten Behandlungsmöglichkeiten in vielen therapeutischen Bereichen geleistet. Doch Daten zeigen, dass nicht alle Innovationen eine verbesserte Wirksamkeit erzielen, sie sind auch nicht immer kosteneffizient. Mit dem Projekt EUnetHTA entsteht eine EU-weite Kooperation zur Technikfolgenabschätzung im Gesundheitsbereich (Health Technology Assessment, HTA). Diese Kooperation erleichtert den Austausch über die Wirksamkeit und Effizienz neuer Medikamente oder Angebote der Medizintechnik, unnötige Mehrfach-Evaluierungen sollen vermieden werden. Im Rahmen des Projekts werden Methoden und Prozesse erstellt, die nationale Umsetzung wird unterstützt.
Teilnehmende Länder: 23 EU-Mitgliedstaaten, Norwegen, Schweiz und Kroatien
5. Wettbewerb 'Rauchfreies Klassenzimmer' - Ein europäisches Programm zur Raucherprävention
Warum schon Schulklassen animiert werden sollen, erst gar nicht mit dem Rauchen zu beginnen.
Dass Rauchen krank macht, ist bekannt. Dennoch belegen aktuelle Studien, dass der Zigarettenkonsum kaum zurückgeht. Mit dem Wettbewerb 'Rauchfreies Klassenzimmer' werden schon junge Erwachsene in der Schule über die Folgen und die Auswirkungen von Zigarettenkonsum aufgeklärt. Dafür wird die Thematik im Unterricht aufgegriffen, Lehrer und Schüler werden ermutigt, sich für ein rauchfreies Umfeld einzusetzen. Kern des Projekts ist ein Vertrag, den die Schüler der einzelnen Klassen unterzeichnen und mit dem sie sich verpflichten, ein halbes Jahr lang nicht zu rauchen. Am Ende jeder Woche besprechen die Schüler, ob sich alle an die Vereinbarung gehalten haben. Die teilnehmenden Schüler können eine Reihe von Preisen gewinnen unter anderem eine Reise in ein anderes europäisches Land. Zusätzlich zum Wettbewerb werden die Eltern aufgeklärt, wie sie ihre Kinder vor Tabakkonsum schützen können. Das Projekt geht damit einen neuartigen Weg, Rauchen auf der Basis von Verhaltensmodellen zu thematisieren, und dem Tabakkonsum den Anschein der 'Normalität' zu nehmen.
Teilnehmende Länder: Belgien, Bulgarien, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlanden, Polen, Portugal, Spanien, Schweiz und Großbritannien.
6. Leben mit Parkinson: Kampagne zur Aufklärung und Bewusstseinsbildung
Wer die Symptome der Krankheit kennt, kann sie frühzeitig behandeln lassen. Sozio-ökonomischen Kosten lassen sich somit reduzieren.
Die Parkinson Erkrankung ist die weltweit zweithäufigste neurologische Erkrankung. Sie verursacht nicht nur für Betroffene und ihre Angehörigen viel menschliches Leid, sondern stellt auch eine hohe soziale und wirtschaftliche Belastung für die Gesellschaft dar. Das Projekt 'Leben mit Parkinson' stellt Kampagnenmaterial in 13 verschiedenen europäischen Ländern zur Verfügung. Mit der Initiative soll in den beteiligten Ländern besser über die Krankheit informiert werden, ein Fokus liegt auf Beschäftigen im Gesundheitswesen, aber auch bei Betroffenen und ihren Angehörigen. Dies ist schon deshalb von Bedeutung, weil eine frühzeitige Diagnose von Parkinson zu einer effektiveren Behandlung führt. Dies führt auch zu einem gesundheitsökonomischen Nutzen.
Teilnehmende Länder:Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Irland, Norwegen, Rumänien, Spanien, Slowenien, Slowakei, Türkei und Großbritannien.
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