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EHFG-Präsident Leiner: Rauchen sollte aus dem öffentlichen Leben verschwinden - Österreich-Lösung halbherzig

Wien/Bad Hofgastein, 30. Juni 2010
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Programmpräsentation des 13. European Health Forum Gastein

EHFG-Präsident Leiner: Rauchen sollte aus dem öffentlichen Leben verschwinden - Österreich-Lösung halbherzig


Wien/Bad Hofgastein, 30. Juni 2010 - "Bei allem, was wir über die Schädlichkeit des aktiven und passiven Rauchens wissen, ist eines klar: Das Rauchen sollte ganz aus dem öffentlichen Leben verschwinden", sagte heute anlässlich der Präsentation des diesjährigen Kongressprogramms der Präsident des European Health Forum Gastein (EHFG) Prof. Dr. Günther Leiner. 14 Millionen Menschen in der EU leiden an Tabak-assoziierten Erkrankungen. 650.000 sterben jährlich frühzeitig an den Nikotinfolgen, Tabakkonsum ist damit die größte Einzelursache vermeidbarer Todesfälle. Lungenerkrankungen sind für geschätzte 100 Milliarden Euro an direkten und indirekten Gesundheitskosten verantwortlich.

"Ich bedaure, dass Österreich mit der aktuellen Regelung zum Nichtraucherschutz in der Gastronomie nur einen halbherzigen Weg mit getrennten Räumen und Wahlfreiheit für Lokale unter einer bestimmten Größe gegangen ist, und nicht den eines generellen Rauchverbotes, wie dies immer mehr Länder in Europa tun", so Präsident Leiner. Und dies mit nachhaltigem gesundheitspolitischem Erfolg: In Irland, England. Schottland, Frankreich und Italien ging etwa die Zahl akuter Herzinfarkte bereits im ersten Jahr nach Einführung der Rauchverbote um bis zu 17 Prozent zurück. Eine Auswertung von 13 einschlägigen Studien aus Europa und Nordamerika ergab einen Herzinfarkt-Rückgang von 36 Prozent in drei Jahren. In Schottland ließ sich auch ein deutlicher Rückgang bei Lungenerkrankungen feststellen.

Die unterschätze Epidemie Lungenerkrankungen ist eines der Schwerpunktthemen des EHFG 2010, das von 6. bis 9. Oktober im Gasteinertal zum 13. Mal als größte gesundheitspolitische Veranstaltung der EU über die Bühne geht.

Prof. Leiner: Halbherziger österreichischer Sonderweg ist vergebene Chance

"Es ist bedauerlich, dass sich Österreich mit der aktuellen Regelung, die am 1. Juli für die Gastronomie schlagend wird, beim Nichtraucherschutz nicht den europäischen Vorreitern angeschlossen hat, sondern einen halbherzigen Sonderweg gewählt hat", kritisiert Dr. Leiner. "Das ist nicht nur aus Sicht des Schutzes von Gastronomie-Personal und nichtrauchenden Gästen zu kritisieren, sondern auch für viele Gastronomen unbefriedigend - schon aufgrund der Wettbewerbsverzerrungen und der Rechtsunsicherheit. Das sieht man auch daran, dass bis zuletzt ein erheblicher Anteil der Gastronomen keine baulichen Maßnahmen gesetzt hat."

Europa treibt Nichtraucherschutz weiter voran - bedauerliche Haltung der Sozialpartner

Auf europäischer Ebene begrüße Prof. Leiner die Ratsempfehlung über rauchfreie Umwelten (2009) und die geplanten Maßnahmen der Kommission für 2011 für einen verbesserten Nichtraucherschutz durch eine weitere Novellierung der Tabakrichtlinie: "Ein Wermutstropfen ist, dass diese Initiativen an die Grenzen der EU-Kompetenz stoßen, weil Gesundheit eine nationale Zuständigkeit ist." Sehr wohl könne es aber über die europäische Zuständigkeit für den Arbeitnehmerschutz zu einer EU- Regelung im Sinne eines vollständigen Nichtraucherschutzes kommen. Präsident Leiner: "Leider zeigt sich auf EU- Ebene im Moment, dass Arbeitnehmervertreter in einer nicht nachvollziehbaren Gegnerschaft zu einem besseren Arbeitnehmerschutz stehen, auch Arbeitgeber zeigen wenig Interesse."

13. EHFG 2010: Breit gefächerte Themenpalette

Rund 20 Minister und Staatssekretäre aus aller Welt werden wie in den Vorjahren wieder beim EHFG erwartet, als Key Speaker für die diesjährigen Plenary Sessions unter anderem Gesundheitsminister Alois Stöger diplomé, EU-Kommissar John Dalli, WHO-Europa Direktorin Zsuszanna Jakab und Zukunftsforscher Matthias Horx.

Unter den Themen-Highlights in diesem Jahr: Gesundheitstrends der Zukunft; Aktives Altern; EU und lokale Partnerschaften für die Gesundheit; Gesundheitskompetenz und deren Messbarkeit; Gesundheit ist global: Ist Europa bereit?; Personalisierte Medizin; Investitionen in das Gesundheitspersonal von morgen; Reproduktive Gesundheit; Seltene Krebserkrankungen; Finanzierung der Gesundheitssysteme; Soziale Medien&Pandemie.

EHFG Pressebüro:
Dr. Birgit Kofler, B&K Medien- und Kommunikationsberatung GmbH; Tel.: +43 /(0)1 / 319 43 78 13
Mobil: +43/(0)676 636 89 30 ; kofler@bkkommunikation.com